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Die Freeride-Must-Haves

Freeriden im Home of Lässig → Das musst du wissen!

POW*! Es ist der zu Schnee gewordene Traum eines jeden Wintersportlers! Die Zutaten hierzu sind noch dazu eigentlich recht einfache: Eine ausreichend tragende und Sharks* abdeckende Grundlage, gut 30 Zentimeter (im Idealfall mehr) kalt gefallener Neuschnee, die „ideale“ Geländeform (auch optional, obwohl das Motto „Steil ist geil“ meistens zutrifft) mit dem Tüpfelchen Bluebird* auf dem i! Wenn diese Paramater stimmen gilt im Freerider-Jargon: die Saison delivered*.

Fragte sich der Otto-Normal-Shredder (nicht zu verwechseln mit dem Local* oder dem Ski-Bum*) in den vergangenen Wintern doch einige Male: „Habe ich mir die schnieken Freeride-Latten mit 120 unter der Bindung und den schweineteuren ABS-Rucksack umsonst gekauft? Denn, egal wie piekfein die Pisten sind: Des Freerider’s-Herz schlägt für das Fahren „abseits“! Diesen Winter hat Frau Holle ein Einsehen mit den Backcountry-Anhängern und schickt einen Powder-Alarm nach dem nächsten. Und jetzt, ja jetzt kommt der Übermut! Wie ein Verdurstender in der Wüste sich auf eine Oase stürzt, wird im übertragenen Sinne alles gehiked* und geshredded* was annähernd aussieht als könnte man dort seine Lines* ziehen!

 

Leider sind Übermut und Leichtsinn genau die Dinge die man an einem Powder-Tag nicht im Gepäck haben sollte - gefragt hingegen sind sorgfältige Vorbereitung und das richtige Wissen. Einer derjenigen der so gut wie alles über den Spaß im Powder weiß, aber auch seine Risiken und wie es sie zu vermeiden gilt, ist der Leiter der Freeride Skischool Saalbach, Stefan Baumgartner. Stefan ist Staatlicher Skilehrer und Skiführer und seit Jahren selbst begeisterter Freerider. Er verrät uns, was es braucht um an einem perfekten Tag so viel Spaß wie möglich, so save wie möglich, zu haben!

Ski

Unter dem Strich kann man mit jedem Ski ins Gelände fahren, vor allem bei anständig Neuschnee macht es aber viel mehr Spaß wenn der Ski einen freerideorientierten Fokus hat. Soll heißen, einen breiteren und innovativeren (Rocker*-lastigeren) Shape. Man hat mehr Auftrieb und kann dass Gelände ausnützen und muss nicht zwingend das perfekte Zopfmuster über den Hang flechten. Bei den Stöcken wählt man am besten solche mit Teleskopfunktion und größeren Tellern – für den Fall, dass man irgendwo rausschieben muss (und das passiert im Backcountry häufig!).

 

LVS*-Gerät aka. Lawinenpieps

Das LVS*-Gerät – umgangssprachlich auch „Lawinenpieps“ genannt - ist die absolute, größte und unumgängliche Notwendigkeit wenn man abseits der Pisten unterwegs ist. Hier sollte es keine Ausnahmen geben! Man kann im Ernstfall weder seinen verschütteten Buddy suchen, noch wird man selbst (lebend!) gefunden falls man kein LVS-Gerät dabei hat!

Das Lawinenverschüttetensuchgerät ist auch kein stylisches Accessoire sondern ein „Werkzeug“ mit dem regelmäßig gearbeitet/geübt werden sollte. Schnapp dir ein paar Freunde, vergrab ein paar Rucksäcke mit LVS-Gerät im Schnee und die Suche kann losgehen. Jeder sollte sein eigenes LVS-Gerät so gut kennen, dass die Bedienung im Ernstfall bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist. Eine gute Möglichkeit zum Üben sind auch die LVS-Suchfelder powered by ORTOVOX am Schattberggipfel und am Zillstattlift. Hier aktiviert man auf dem Suchfeld bis zu vier der sechs vergrabenen Sender und muss diese innerhalb einer vorgegebenen Zeit mit seinem Suchgerät aufspüren und sondieren. Im gesamten Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn gibt es bei ausgewählten Bergstationen auch LVS-Checkpoints bei denen man im Vorbeigehen die Sendefunktion des LVS-Geräts checken kann.

Lawinenrucksack/Lawinenairbag

Ein Lawinenrucksack sollte Teil der Sicherheitsausrüstung sein, wenn man im ungesicherten Gelände mit den Freerideskiern oder dem Snowboard unterwegs ist. Lawinen-Airbags, die im Rucksack integriert sind, gewährleisten mehr Sicherheit im Backcountry. Im Rucksack – mit oder ohne ABS – muss die im Gelände obligate Lawinensonde und Lawinenschaufel gut verstaut Platz finden.

 

Lawinensonde und Lawinenschaufel

Grob geortet wird ein Verschütteter mit dem LVS-Gerät, danach dient die Lawinensonde zur Feinortung. Mit der Sonde lässt sich sowohl die Lage als auch die exakte Verschüttungstiefe feststellen. Die Lawinenschaufel ist ebenfalls Teil der Standard-Sicherheitsausrüstung. Im Idealfall ist es eine leichte Metall- oder Aluminium-Schaufel mit einem Teleskopgriff ohne scharfe Kanten.

 

Erste-Hilfe-Set und Biwaksack

Ein Erste-Hilfe-Set – ein fertiges Set, ergänzt mit den individuell wichtigen Utensilien – kommt ebenfalls in den Rucksack. Hilfreich kann auch ein Biwaksack sein, falls sich jemand verletzt und bis zum Eintreffen der Bergrettung vor Nässe und Kälte geschützt werden muss. Sie sind zusammengepackt sehr klein und finden in deinem Rucksack leicht Platz.

 

Freunde

„Never walk alone“ und in diesem Fall noch viel wichtiger: „Never ride alone“! Wenn du im Backcountry unterwegs bist, solltest du immer deinen Buddy dabei haben. Auch wenn du „eh nur“ ein paar hundert Meter neben der Piste unterwegs bist, sollte dir klar sein, dass dich hier keiner hört falls du dich verletzt oder verirrst. Das Handynetz könnte fehlen und keiner möchte in die Bredouille kommen alleine und verletzt in einem unzugänglichen Graben zu sitzen. Vor allem ist „happiness only real when shared“ (Anm: Freude ist nur echt, wenn man sie teilt). Und gibt es etwas Cooleres, als sich mit seinen Freunden nach einem gelungenen Tag über die Wahnsinns-Lines zu unterhalten, die man in den Pow gezogen hat?

...was du noch erledigen solltest:

Spätestens beim Frühstückskaffee (und nochmals zur Mittagszeit – um 12 Uhr gibt es ein Lagebericht-Update) solltest du unbedingt den Lawinenlagebericht zum Tag checken, Plattformen hierzu wären:

 

 

Falls du dich noch mehr in die Materie „Schnee- und Lawinenkunde“ einlesen möchtest, ein absoluter Klassiker ist 3x3 Lawinen von Werner Munter.

 

Eigentlich bleibt jetzt nichts mehr zu sagen, außer: Viel Spaß da draußen! Das Grundwissen in petto zu haben und es auch umsetzen zu können ist wichtig: Know before you go!

Am Anfang des Winters einen Lawinenkurs zu machen hat noch keinem geschadet, die örtlichen Bergrettungen und Freeride-Schulen bieten solche gern und regelmäßig an. Empfehlenswert ist auch die Teilnahme an einem der Lawinen-Camps im Home of Lässig. Mit gleichgesinnten Freeridern erlernt man hier in der Gruppe die wichtigsten Grundlagen für das Fahren im Backcountry.

 

1 Pow – Pulverschnee

2 Sharks – Nur durch leichten Neuschnee abgedeckte Felsen oder Steine

3 Bluebird – Erster Schönwettertag nach einigen Tagen mit starkem Schneefall

4 delivered – meist positiv assoziiert, man bekommt etwas geschenkt oder geliefert

5 Local – Einheimischer aka. Dosiga – Kennt die wirklichen secret Secretspots!

6 Ski-Bum – Meist Skandinavier oder Engländer die sich vor dem Studium den Winter ihrer Träume erfüllen, zu erkennen am braunen Gesicht und ihren ungezählten Tagen am Berg. Glaubt, alle Secret-Runs zu kennen!

7 hiken – Mit den Ski auf den Rucksack geschnallt einen kleinen Berg besteigen

8 shredden – Einen Hang zu fahren ohne auf die platzsparende althergebrachte „Zopferlechnik“ zu achten

9 Lines – die frisch gezogenen Spuren im Tiefschnee

10 Rocker – Ski ohne Vorspannung, zeigen starke Ähnlichkeit mit einer Faßdaube

11 LVS – LawinenVerschüttetenSuchgerät

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