Ständiger Begleiter auf Tour - das LVS | © Daniel Roos Photographie
  • Outdoor

First Line oder Safety First?

Die Safetydays am Spielberghaus

Das ist die Frage aller Frage an Powdertagen... nicht nur an Bluebird Days (Bluebird Day = der erste sonnige Tag nach Schneefall). Nach den letztjährigen Safetydays am Spielberghaus, hat jeder die richtige Antwort hierfür im ABS Rucksack – denn das Gleichgewicht zwischen Safety und Spaß zu finden war das Ziel.

Um 15:00 Uhr fanden sich alle 19 Teilnehmer inklusive dem professionellen Bergführerteam von mc2alpin am Parkplatz ein, um dann mit der Pistenraupe über den Spielbergweg direkt zum Spielberghaus aka „der Freeridelodge“ geshuttelt zu werden. Nach einem Glühwein am offenen Feuer und einer Kennenlernrunde, wo auch jeder seine Erwartungen an das Camp vortrug, ging es anschließend in das „Seminarkammerl“. Ganz nach dem Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ wurde hier zuerst fundiertes Grundwissen vermittelt, und dazu braucht’s eben ein bisschen Theorie.

 

Lawinenkunde und Produkttest

Die versierten Tiroler Bergführer Walter, Stefan und Peter erläuterten die Basics der Lawinen- und Schneekunde: Die Bedeutung der Lawinenwarnstufen, das richtige Verhalten im Gelände, richtige Tourenplanung, Umgang mit der Notfallausrüstung, die richtige Rettungskette, Erstversorgung im Notfall und noch vieles mehr wurde den Teilnehmern in den zweieinhalb Tagen vermittelt. Hochinteressante Thematiken, die auch Platz für Diskussionen boten. Ein Zuckerl war definitiv, dass die Teilnehmer auch das mitgebrachte Test-Material von Pieps, Black Diamond und Arcteryx testen konnten.

Suchen, Sondieren, Schaufeln

Um das Erlernte gleich in die Praxis umsetzten zu können, ging es am nächsten Tag gleich hinter dem Spielberghaus ins Gelände. Bei Sonnenschein, und schon fast kitschig, blauem Himmel, wurde uns allen klar wie schnell man die alpinen Gefahren vergisst wenn man nicht richtig vorbereitet ist. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister, deswegen bewegten wir uns in Kleingruppen auf Tourenskiern und Schneeschuhen gemütlich Richtung Kelberkopf. Hier konnte man ein erstes Gefühl für Hangneigungen bekommen. Fragen wie: „Was bedeutet 40 Grad Neigung“ und „Welche Route soll ich bergauf wählen“, wurden hier zum ersten Mal in freier Wildbahn näher betrachtet und von professioneller Seite erklärt. Am Weg zum Gipfel fanden wir ein nettes Platzerl, perfekt gelegen für die erste Notfall-Übung. Dass jeder mit seinen Werkzeugen (LVS-Gerät, Schaufel, ABS-Rucksack und Sonde) umgehen kann, lag den Bergführern sehr am Herzen. Die Funktionen „Senden“ und „Empfangen“ am LVS-Gerät einstellen zu können wird hier als eine selbstverständliche Notwendigkeit gesehen. Nach Grobsuche, Feinsuche, Markieren und (gefühlt) endlosem Schaufeln durften wir endlich die zuvor ausgekundschafteten Powderhänge zurück zur Hütte genießen.

 

Nach der Rückkehr zum Spielberghaus erwartete uns nochmals eine Theorie-Einheit, die aber allen diesmal ganz leicht von der Hand ging. Die Teilnehmer wurden nämlich mit einigen Überraschungen für ihr Wissen belohnt: unter anderem konnte man ein LVS-Gerät, einen Rucksack oder super funktionelle Handschuhe gewinnen. An dieser Stelle noch ein fettes Dankeschön an die unterstützenden Firmen Pieps, Black Diamond und Arcteryx. Kulinarisch wurden die Teilnehmer am Spielberghaus natürlich sehr gut versorgt und auch der Nagelstock musste an diesem Abend noch für einige Runden Schnaps herhalten.

Notfallübung auf der Amsel

Am nächsten Tag starteten wir nach einem reichhaltigen Frühstück voll motiviert in die zweite Praxisrunde. Die Bernkogelbahn beförderte uns direkt – und dank der Unterstützung der Saalbacher Bergbahnen kostenlos - auf den Gipfel und wir machten uns auf den Weg Richtung „Amsel“. Nach einer kurzen, aber sensationellen Abfahrt bereitete unser Bergführer Stefan ein aussagekräftiges Schneeprofil vor, welches wir Schritt für Schritt erklärt bekamen. Es ist sehr erstaunlich, wie sich die einzelnen Schichten zusammensetzen. Dass man das Schneeprofil den ganzen Winter über beobachten und immer im Kopf haben sollte, wurde uns von dem Tiroler Bergfex anschaulich vermittelt.

 

Nach einem kurzen, knackigen Aufstieg erwartete uns dann ein gestelltes Notfall-Szenario, auf das wir die letzten Tage hintrainiert hatten. Die kurze Alarm-Info lautete:  „Zwei Verschüttete!“ Von null auf hundert mussten wir jetzt das Erlernte umsetzten. Ganz optimal lief es allerdings nicht, das haben wir selbst gemerkt. Trotz der Hinweise unseres Bergführers fiel uns erst später auf, dass wir untereinander viel mehr kommunizieren hätten müssen. Aber auch hier gilt: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!“ Als Belohnung winkten trotzdem noch die Amselabfahrt und ein warmes Supperl auf dem Spielberghaus. Die Teilnehmer traten danach happy und auch etwas geläutert die Heimreise an.

Nein zu: „No friends on Powderdays“

Mein persönliches Fazit: Unsterblich sind wir leider nicht – trotz unserer ständigen Begleiter im Gelände: ABS-Rucksack und LVS. Aber mit Wissen, Erfahrung und sehr viel Übung können wir an einen Powdertag das Maximum an Spass rausholen – trotz „Safety“. Und abschließend ein klares „Nein“ zur Redewendung: „No Friends on Powderdays!“ Ganz im Gegenteil! Man sollte im Gelände auf alpine Gefahren geschulte Freunde dabei haben – diese verstehen auch,  dass man auf einen geilen Run verzichten muss, wenn die Gegebenheiten nicht passen. Denn zu 90 % sind wir selbst schuld wenn wir in eine Lawinensituation kommen - aber die lässt sich meist vermeiden.

Alle Fotos: c Daniel Roos Photographie

 

Freeride Camps 2019

SAAC - Snow & Alpine Awareness Camp 26. - 17. Jänner 2019

Das Snow & Alpine Awareness Camp setzt beim Bewusstsein an, dass das Risiko am Berg nie eliminiert werden kann, nie verdrängt werden darf, aber mit dem richtigen Wissen, der richtigen Einstellung und der richtigen Ausrüstung optimiert werden kann. Bei den SAAC vermitteln staatlich geprüfte Berg- und Skiführer im zweitägigen SAAC Basic Camp wichtiges Know-How über alpine Gefahren abseits der gesicherten Pisten in Theorie und Praxis.

 

Snowhow Workshop Lawine 22.-23. Februar 2019

Am 22. & 23. Februar findet im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn der kostenlose "SNOWHOW Workshop Lawine" statt. Leihausrüstung Notfall Lawine inklusive. Lifttickets und Übernachtung müssen selbst organisiert werden. Anmeldung unter: www.snowhow.info

 

Risk n Fun Camp - Trainingssession I 27.2.-3.3.2019

4 Tage abseits der Pisten mit dem risk´n´fun-Team und anderen Freeridern. Kurze Hikes in Pistennähe, zahlreiche Entscheidungssituationen und Abfahrten im freien Gelände. Willkommen bei der risk´n´fun-Trainingssession! Voraussetzung: Sicheres Abfahren im freien Gelände Info und Anmeldung unter: www.risk-fun.com

Risk n Fun Camp - Trainingssession II 11.-15.3.2019

Dieser Termin bietet die geniale Möglichkeit, den Skicircus von verschiedenen Orten aus zu erkunden. Gestartet wird am Montag den 11.3. in Saalbach Hinterglemm mit der Trainingssession und bis Freitag ist die Gruppe dabei, eine eigene Freeridestrategie zu entwickeln. Wer dann am Freitag motiviert ist, setzt sich ins Auto oder nimmt den Lift und übersiedelt fürs Chill out-Wochenende nach Fieberbrunn. Voraussetzung: Sicheres Abfahren im freien Gelände Info und Anmeldung unter: www.risk-fun.com

Themenverwandte Beiträge

  • Event
Heiße Action im Schnee | © Saalfelden Leogang Touristik GmbH/Christoph Laue
  • Outdoor
Freeride Action in Saalbach | © saalbach.com, Mirja Geh

Freeride-News

Edith Danzer
  • Die lässigen 3
Freeride Action in Saalbach | © saalbach.com, Mirja Geh

3 Freeride Young Guns

Edith Danzer