Kamerafahrt für den ORF | © GEPA pictures/Andreas Pranter
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Skicircus-Botschafterin Alexandra Meissnitzer

Ex-Skirennläuferin Alexandra Meissnitzer im Porträt

Die gebürtige Abtenauerin Alexandra „Meisi“ Meissnitzer kann auf eine medaillenreiche sportliche Karriere zurückblicken. Als Gesamtweltcupsiegerin, zweifache Weltmeisterin, und mit sechs Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften sind nur ihre größten Erfolge erwähnt. Super-G, Abfahrt und Riesenslalom waren ihre Spezialdisziplinen in über 300 Weltcuprennen. Zweimal wurde sie von Österreich zur Sportlerin des Jahres gewählt.

Für Saalbach Stories nahm sich die sympathische Salzburgerin nach einem Skitag im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn Zeit für ein Interview. Seit dem Ende ihrer sportlichen Karriere im Jahr 2008 ist Alexandra Meissnitzer als Co-Kommentatorin und Kameraläuferin für den ORF tätig und tritt seit diesem Winter als Marken-Botschafterin für Saalbach Hinterglemm auf. Voller Begeisterung über die top-Skibedingungen startet sie ins Gespräch: „Es geht so extrem lässig zum Skifahren! Einfach ein Traumtag im Schnee.“

 

Seit der Wintersaison 2016/2017 bist du Botschafterin des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. Was verbindet dich mit dieser Region?

Ich habe eine riesige Freude mit dieser Partnerschaft! Ich, als Salzburgerin und Weltmeisterin, an der Seite des Skicircus, der sich für die WM bewirbt. Das war für mich von Anfang an stimmig. Zudem finde ich, der Skicircus ist ein geniales und hochinnovatives Skigebiet mit unglaublicher Vielfalt. Ich habe in meiner Laufbahn viele Skigebiete gesehen, doch Saalbach Hinterglemm ist einmalig und begeistert mich. Ich empfinde es als große Ehre, so einen Partner zu haben.

 

Während den vielen aktiven Jahren durchlebtest du auch ein verletzungsbedingtes Auf und Ab – wie hast du es geschafft, immer wieder den Anschluss an die Spitze zu meistern. Ist dir dieser Kampfgeist angeboren?

Ja schon. Für Rennläufer ist Durchhaltevermögen eine Grundvoraussetzung, um - wenn es mal nicht so läuft, oder man Verletzungspech hatte - wieder Anschluss zu finden. Nach meiner Knieverletzung war es für mich keine einfache Zeit, und es gab Momente, die mich fast verzweifeln ließen. Mein Ehrgeiz kam mir dabei zugute. Wenn man dann allerdings wieder einen Sieg feiern darf, dann weiß man, dass es sich lohnt zu kämpfen. Und das kann man auf alle Lebenssituationen umlegen - man darf einfach nie den Kopf in den Sand stecken!

Am 13. März 2008 hast du deine ÖSV-Karriere mit Bronze im Super-G in Bormio beendet. Doch den „zwei Brettern“ hast du nie den Rücken gekehrt. Was bedeutet dir das Skifahren heute und wie sieht ein optimaler Skitag für dich aus?

Ich bin heute ein typischer 3-Stunden-Skifahrer und mache meinen Skitag auch nicht vom Wetter abhängig. Sonnenschein ist schön, doch ich geh auch bei Schneefall auf die Piste. Hauptsache ich komm ganz früh rauf auf den Berg, wenn die Piste noch top präpariert ist. Dann dreh ich meine lässigen Runden. Und was unbedingt dazugehört: Eine Einkehr auf den Hütten! Früher ging es nach dem Skitraining gleich weiter mit anderen Trainingseinheiten. Heute genieße ich es, mit Freunden ganz entspannt draußen in der Natur an den schönsten Plätzen zu sein.

 

In der Sendung Dancing-Stars hast du 2011 die Skischuhe mit den Tanzschuhen getauscht und gemeinsam mit Profitänzer Florian Gschaider den zweiten Platz belegt. Glattes Parkett statt steiler Piste – eine schwierige Herausforderung?

Das war definitiv eine Challenge für mich! Ich war zwar körperlich fit, doch die Choreographien hatten es in sich. Am Start eines Rennens war ich mir immer sicher, dass ich meinen Sport beherrsche, aber beim Tanzen hatte ich grad anfangs immer im Hinterkopf: ,hoffentlich blamiere ich mich nicht oder bringe Florian zum Stolpern‘. Doch ich steigerte mich schnell und fühlte mich wohl am Parkett. Am Ende war ich richtig stolz auf mich! Eine Herausforderung war auch das Trainieren vor dem Spiegel, wo man sich permanent mit sich selbst auseinandersetzt. Tanzen ist ein wunderschöner Sport, der auch den Körper toll formt, doch ich zieh mittlerweile wieder lieber die Laufschuhe an.

 

Du hast dein Wirtschafts-MBA-Studium abgeschlossen und gibst heute auch Vorträge zu den Themen Motivation, Leistungsdruck, Sieg und Niederlage – Themen, die dich als Skirennläufer über Jahre begleitet haben. Wie sehr hat dich der Skisport geformt?

Als Skirennläufer spürt man vom Kindesalter an Leistungsdruck. Das prägt und formt sehr stark. Wenn man als Führende im zweiten Durchgang am Start steht, und weiß, man müsste jetzt eigentlich Gold holen, dann spürt man den Druck enorm. Zumal man mit seinen Leistungen durch die TV-Übertragung ja auch immer in der Öffentlichkeit steht. Über dieses Thema habe ich auch meine Master-Thesis in meinem Wirtschaftsstudium geschrieben und Vergleiche zur Wirtschaft gezogen. Doch ich bin über diese Erfahrungen sehr dankbar, denn ich weiß heute, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann, wenn der Druck steigt.

17 Jahre lang ging es mit 130 kmH über die eisige Piste – lebst du heute entschleunigter?

(Alexandra lacht) Eigentlich nicht! Intensives Tempo bestimmt immer noch meinen beruflichen Alltag. Doch genau das brauche ich und so will ich es haben. Es gibt aber dann auch Phasen, wo ich runterkomme und mich zurückziehe. Dann gibt es mal keine Termine - doch tägliche Bewegung gehört für mich trotzdem dazu. Ich bin viel draußen in der Natur und lasse die Seele baumeln. Ich wohne in der Stadt Salzburg und bin gern daheim oder gehe mit Freunden essen.

 

Du bist seit 2006 Mitbesitzerin des Salzburger Lokals „Genussprojekt“ – was bedeutet Genuss für dich im Alltag?

Genuss ist für mich Lebensqualität und extrem wichtig. Zwischendurch, wenn es rund geht, gönn ich mir etwas Gutes! Ich geh dann gern shoppen oder essen. Das muss kein Sternerestaurant sein - ich geh genauso gern auf eine Hütte. Doch die Qualität muss passen. Doch da sind wir in unserer Region ohnehin gesegnet - ich bin vom Angebot der Speisen auf unseren Hütten immer wieder begeistert.

Gibt es eine Lieblingspiste im großen Angebot des Skicircus?

Das ist schwierig! Früher war es durch die vielen Trainings auf diesem Berg definitiv der Zwölferkogel. Doch wenn ich wie heute meine Runde durch den Skicircus drehe, kann ich mich nicht entscheiden. Die Schattberg-Nord-Abfahrt ist hochsportlich, doch auch die Sonnenseite begeistert mich. Dort bleibe ich zwischendurch stehen und genieße die unglaubliche Aussicht. Auch Leogang hat wunderschöne Pisten und Fieberbrunn, mit seinem unglaublichen Freeride-Angebot, eröffnet ein völlig neues Spektrum. Meiner Meinung nach ist hier alles geboten und selbst nach einer Woche im Skigebiet könnte ich immer noch neue Pisten entdecken. Wichtig ist mir auch, dass ich kein Auto brauche, da alles schnell zu Fuß erreichbar ist.

 

Nach einem Skitag in die Hütte, welchem Gericht kannst du einfach nicht widerstehen?

Kaiserschmarrn! Wenn ich mit Freunden auf einer Skihütte einkehre, gibt’s erst etwas Deftiges, doch dann kommt eine große Pfanne Kaiserschmarrn auf den Tisch!

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