Nico fühlt sich am Hackelbergtrail sofort wohl. | © Heiko Mandl
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Biken mit Kindern

Über Kurven, Trails und Abenteuer am Bike

„Schaut immer in die Richtung, in die ihr fahren wollt“, erklärt Bikelehrerin Sabine. „Und immer in die Knie gehen und die Stöße abfedern“, ruft sie zu meinem Sohn Nico rüber. Die Kids vom Bikekurs drehen ihre ersten Runden und ihrem fetten Grinsen nach haben sie mächtig Spaß dabei. Was für uns erwachsene Mountainbiker als selbstverständlich gilt, müssen die Kids erst lernen: Richtiges Anbremsen, Kurvenfahren, Gewichtsverlagerung – all das steht heute Vormittag am Programm, damit wir am Nachmittag erstmals die Trails shredden können.

Aller Anfang ist schwer

Am besten schickt man die Kids dazu in ein Bikecamp oder engagiert einen Bikelehrer der ihnen die Basics zeigt. Erst, wenn sie sich auf dem Rad sicher fühlen, können sie in die große Welt der Biketrails hineinschnuppern. „Hinterbremse ziehen und rein in die Kurve“, gibt Bikelehrerin Sabine Anweisungen. Die Kindergruppe absolviert noch die letzten Übungen, bevor sie zum ersten Mal die Milka-Line in Angriff nehmen. Nach zwei Stunden Basic-Training läuft allen der Schweiß von der Stirn. Kein Wunder bei der vielen Action und der Mittagssonne, die langsam ihre volle Kraft entfaltet. Schnell einen Schluck aus der Trinkflasche und schon stehen Nico und die anderen Kinder – voll eingekleidet mit Knie- und Rückenschoner – bereit. Ich begleite die Kinder mit meinem Bike und helfe Sabine ein wenig.

Oben angekommen will sich Nico gleich in den ersten Anlieger stürzen, doch ich bremse ihn sofort mit einem lauten „Stoooop“ ein. „Safety first“ ist auch hier die oberste Devise! Bevor nicht alles gecheckt und eingestellt ist, wird nicht gestartet. Ich prüfe, ob alle Schützer richtig sitzen, und dass der Helm fest am Kopf anliegt. Jetzt geht es endlich los. Ich zuerst und der Nachwuchs-Downhiller hinterher. Die ersten beiden Kurven nehmen wir noch etwas wackelig, aber ab der dritten ist der Bann gebrochen und wir legen uns souverän in die Steilkurve. Die glänzenden Augen von Nico sprechen für sich, der Bikevirus hat ihn gepackt. „Coole Sache“, jubelt Nico. Für heute ist aber Schluss, denn am nächsten Tag haben wir viel vor. Wir wollen den Hackelbergtrail in Angriff nehmen.

Projekt Hackelbergtrail

Der Hackelbergtrail ist mein absoluter Lieblingstrail im Home of Lässig, für Nico ist es jedoch die erste Befahrung. Gespannt blickt er Richtung Schattberg-Gipfel. „Da müssen wir hoch?“, schaut er mich fragend an. Nachdem wir unsere Tickets gelöst haben steigen wir in die Gondeln des SchattbergXpress. Ganze 1000 Höhenmeter befördert uns die moderne Bahn Richtung Gipfel. 1000 Höhemeter, die dann auch wieder bergab führen. Immer, wenn ich oben am Schattberg stehe, fasziniert mich dieses Tal mit seinen Trails und Dowhnhills. Ganz egal, auf welchem Berg man im Glemmtal steht, es führt immer ein Trail bergab. Hinter mir leuchtet die weißen Gipfel der Hohen Tauern herüber und unter mir beginnen die endlosen Almen und Weiden der Pinzgauer Grasberge. Ich entspanne mich bei diesem Anblick – Nico dagegen ist nervös. Ich wiederhole noch einmal die wichtigsten Bike-Basics und schon geht es los. Aber halt, bevor es in den Trail geht haben wir noch 170 Höhenmeter vor uns. Nein, nicht bergab sondern bergauf. Jetzt heißt es schieben, schieben und nochmals schieben. Der Vorteil an der sportlichen Einlage ist, dass wir 15 Minuten später gut aufgewärmt am Gipfel des Westgipfels stehen und endlich loslegen können.

Trailgenuss am Westgipfel

Wir starten jetzt mit den ersten Kurven, die noch parallel über der Skipiste in felsigem Gelände liegen. Nach einem gemütlichen Flachstück wird der Trail wieder steiler und schlängelt sich bis zur Hacklbergeralm. Bei Nico ist die Nervosität verflogen. Er hat sichtlich Spaß und nimmt souverän jedes Hindernis. Nach einer kurzen Einkehr bei der Alm geht es weiter zum zweiten Teil. Der Trail taucht in den Wald ein und in vielen Kurven geht es zur Mittelstation der Westgipfelbahn. Ein paar North-Shore-Elemente wechseln sich mit schnellen Waldboden-Trailpassagen ab und schneller als gedacht stehen wir vor den Türen des Bergstadls. Hier endet der Hacklbergtrail. Für uns ist der Spaß aber noch nicht vorbei. Denn natürlich nehmen wir noch den Buchegg-Trail ins Tal. Unten angekommen höre ich nur eine Frage von Nico: „Wann kommen wir wieder zurück ins Home of Lässig zum Biken?“

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