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Zwölfer-Gschicht’ln

Anekdoten rund um den 12er KOGEL

Die Innovations-Trilogie der Hauptanlagen im Glemmtal hat mit dem Neubau des 12er KOGEL dieses Jahr ihren krönenden Abschluss gefunden. Wegbegleiter der Skigeschichte am Hinterglemmer Hausberg erzählten uns ihre persönliche „Gschicht`ln“ zum Zwölferkogel.

Peter Mitterer

GF Hinterglemmer Bergbahnen

Als junger Geschäftsführer war Peter Mitterer schon beim Bau der alten Zwölferkogelbahn mit dabei. Er erinnert sich: „Ein mutiger Schritt, denn selbst der Steuerberater hat damals von dieser großen Investition abgeraten. Doch es hat sich gelohnt – für den Hausberg der Hinterglemmer, und das ganze Skigebiet. Denn die Zwölferkogelbahn mit ihren beiden Sektionen war bei der Eröffnung 1993 die modernste Anlage rundum. Darum bin ich auch mit einem weinenden Auge am letzten Betriebstag nochmal mit der nun pensionierten Bahn gefahren, musste ich doch irgendwie mein eigenes Werk abreißen. Doch nun freue ich mich über die neue 12er KOGEL Bahn, die wieder als moderner Meilenstein in die Skigeschichte eingeht.“

Josef Kröll

langjähriger Geschäftsführer der Hinterglemmer Bergbahnen und Ehrenbürger von Saalbach Hinterglemm

Direkt am Fuße des Zwölfers aufgewachsen ist Sepp Kröll tief verwurzelt mit der Entwicklung „seines“ Berges. Schon als Bub hatte er Einblick in die Arbeit der Ski-Pioniere. Er erklärt: „Mein Vater war Gründungs-Geschäftsführer und viele Besprechungen wurden bei uns zuhause in der Stube abgehalten. Unser Volksschuldirektor war Schriftführer und ich durfte oft die Einladungen für Sitzungen im Ort austeilen. Ich wuchs also von klein auf in die Entwicklung des Zwölfers hinein. Ich erinnere mich an die Ingenieure von der Stadt, die bei der ersten Liftbau-Begehung 1950 mit glänzenden Halbschuhen ankamen und von meiner Mutter erst mit Bergschuhen vom Vater versorgt werden mussten. Ich erinnere mich an die geplante Lifterweiterung 1958, die wegen eines starken Wintereinbruchs im Oktober um ein Jahr verschoben werden musste. Und an die Rossfuhrwerke der heimischen Bauern, die das Material für den Bau auf den Berg transportierten. Auch die Stützen, die heute mit dem Helikopter schnell und punktgenau eingeflogen werden, wurden damals mühsam von den Rössern nach oben gebracht. Ich freue mich sehr über die neue Bahn und werde so oft wie möglich die Skier anschnallen und auf meinen Hausberg gondeln.“

Sepp Mitterer

Langjähriger Pistenchef und Leiter der Lawinenkommission am Zwölfer

„Ein Klohäusel und eine Schneekanone gehen auf mein Konto!“, gesteht der ausgebildete Sprengmeister lachend. Denn in den vielen Jahren in denen er – nicht nur am Zwölfer – für die Sicherheit der Skifahrer sorgt, gab es am Zwölferkogel zweimal unbeabsichtigten Kollateralschaden. „Bei einer Sprengung am Seekarlift bemerkten wir nach erfolgreichem Absprengen der Lawine, dass sich genau im Lawinenstrich ein kleines externes Klohäusel einer unbewohnten Jagdhütte befand. Wir konnten nur noch zusehen, wie die Schneemassen das Plumpsklo unter sich begruben. Und letzten Winter gab es vorübergehend nur noch 999 Schneekanonen im Home of Lässig… Denn auch wiederum im Bereich des Seekars fiel eine Schneekanone einer massiven abgesprengten Schneeladung zum Opfer.“

Bartl Gensbichler

Skilengende, Präsident des Salzburger Landesskiverbandes und langjähriges Mastermind des Skiclubs Saalbach Hinterglemm

Bartl Gensbichlers Leben gilt dem Skisport. Aufgewachsen am Fuße des Zwölferkogels, stand er natürlich schon von Kindesbeinen an auf Skiern. Eine seiner frühesten Erinnerungen dreht sich dabei auch um seinen Hausberg. Er erinnert sich: „Ich war etwa vier Jahre alt und gemeinsam mit Hansi Enn (Anm.: ebenfalls erfolgreicher Skirennläufer) wurden wir vom Chef der Skischule, Heribert Wolf, zum Spuren der Zwölferabfahrt rekrutiert. Gemeinsam mit seinen Skilehrern mussten wir die Piste spuren, damit die alte Pistenwalze die Schneemassen bewältigen konnte. Heribert Wolf meinte zu uns Buben: ,Bis zum Kugelbaum (Anm.: eine große Buche bei Stütze 5 des alten Schlepplifts) müsst ihr durchhalten, bis dorthin werden die ersten Skilehrer bereits gestürzt sein.‘ So war es auch – und für Heribert Wolf immer die Gelegenheit, seine Skilehrer zurechtzuweisen: ,Reißt`s euch z´amm, die Knirpse kommen weiter als ihr!“

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