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Bestens orientiert durch den Relaunch des Pistenleitsystems

Zugegeben, anfangs nützt ein Blick in den Pistenplan, um sich einen Überblick über das neue Pistenleitsystem zu machen. Doch einmal den „Aha“-Effekt erlebt, findet man unterwegs logisch und schnell seinen Weg.

Warum ein neues Pistenleitsystem fällig war erzählt mir Sebastian Schwaiger, Marketingleiter des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. „Erstmalige Besucher im Skicircus standen ohne die Ortskenntnis der Einheimischen oder Stammgäste manchmal ziemlich orientierungslos am Hang. Mit den Erweiterungen und Zusammenschlüssen der letzten Jahre ist nun ein ,Aufräumen im Schilderwald‘ nötig geworden. Im Zuge dieser Neugestaltung verlieren auch einzelne Pisten ihren umgangssprachlich gebräuchlichen Namen. So waren bisher ,die Gratabfahrt`, ,die Steinbergpiste` oder ,die Obingleitn` jeweils ein Begriff für Skicircus-Kenner. Doch eine gute Orientierung ist für das Sicherheitsgefühl der Gäste wichtig. Gemeinsam mit dem Gestaltungsbüro motasdesign von Christian Lunger und Markus Scheiber wurde ein System unter der Vorgabe ,größtmöglicher Einfachheit‘ ausgearbeitet.“

Vom Namen zur Nummer

Die Spezialisten arbeiteten das neue System wie ein Verkehrsleitsystem aus, bei dem man die Informationen auf das Wesentliche reduzierte. Christian Lunger erklärt: „Jeder Wintersportler muss im Vorbeifahren – egal, wie schnell er unterwegs ist – erkennen können, was auf dem Schild zu lesen ist. In diesem Sinne der Reduktion wurde auch von Branding abgesehen. Eine wesentliche Änderung betrifft die Einführung von Pistennummern nach internationalem Vorbild. Das große und sehr komplexe Gebiet des Skicircus haben wir nun in Zonen mit Namen, wie sie bereits umgangssprachlich geläufig sind (etwa Schattberg wird Zone A, Zwölferkogel Zone B…) aufgeteilt. So funktioniert das System auch mündlich. In Kombination mit einer Zahl weiß man immer genau, wo man sich gerade befindet. Die Schilder geben nun auch die Verbindungspisten an – ähnlich Autobahnschildern, die neben dem Endziel auch dazwischen befindliche Ausfahrten mit jeweiligen Distanzen angeben. Auch die Positionen der Schilder wurden mit einem frischen Blick von außen neu gewählt.“

Weg mit dem Schilderwald!

Weniger ist mehr! Warum das kompakte Beschilderungssystem eine Erleichterung bringt, erklärt Christian Lunger so: „Es gibt nun eine durchgehende Informationskette – von der Panoramakarte an der Talstation bis zu einzelnen Wegeschildern am Pistenrand – abgestimmt auf die Bedürfnisse des Gastes. Durch die Aufsplittung auf einzelne Zonen mit jeweils eigenen Panoramatafeln entsteht mehr Raum für einzelne Attraktionen und Hütten. Mit den alphanumerischen Codes ist die Kommunikation auch für internationales Publikum leichter. Und das klare Orientierungssystem wirkt gegen die heute ohnehin allgegenwärtige Informationsflut.“

Wir sehen uns auf der 85!

Wenn man sich vorstellt, dass die Zonen am Schattberg mit A starten und im Uhrzeigersinn verlaufen, hat man auch ohne Skiplan schnell herausgefunden, dass D für den den Reiterkogel steht. Und die 85 ist eine der Lieblingspisten der Einheimischen – die Gratabfahrt von der Sunliner-Bergstation. Aber alte Gewohnheiten legt man nicht so leicht ab, also wird auch bei mir insgeheim die Piste Nr. 85 in Zone D die Gratabfahrt bleiben, und die 40er in B die legendäre Zwölfer Nord!

 

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