Bahnhof | © Linda Zechmeister
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Saalbach auf Schiene

Von Oberösterreich nach Saalbach per Zug

„Achtung Bahnsteig 2. Railjet 640 von Linz nach Salzburg fährt ein“, ertönt es am Bahnhof. Bisher habe ich meine Reisen nach Saalbach immer bequem auf vier Rädern im Auto angetreten. Dieses Mal geht’s mit den Öffis von Oberösterreich ins Home of Lässig. Eine neue Erfahrung und eine aussichtsreiche Reise, die bereits im Zug beginnt.

12:24 Abfahrt am Bahnhof Neumarkt Kallham im Herzen Oberösterreichs. Mit gepacktem Koffer und Rucksack stehe ich am Bahnsteig und warte auf meinen Zug, der mich das erste Stück näher Richtung Saalbach bringt. Meine Reise plane ich bereits eine Woche im Voraus. Zu meinem Vorteil, denn mit dem Sparschiene-Ticket der ÖBB ergattere ich preiswerte Tickets für insgesamt 26,60 € pro Richtung. Eine Woche früher gebucht hätte eine Richtung sogar nur 14,90 € gekostet.  

 

Kurz nach der Durchsage aus den Lautsprechern fährt mein Zug Richtung Linz mit quietschenden Geräuschen am Bahnhof ein und ich freue mich über freie Platzwahl. Nur wenige Pendler teilen sich den Wagon mit mir. Ich bin auf eine entspannte Fahrt vorbereitet, daher lehne ich mich zurück, schnappe mir mein Buch und beobachte ab und an die vorüberziehende Landschaft. Was auf meinen Reisen außerdem nicht fehlen darf: Musik! Denn mit dem richtigen Sound reist es sich gleich noch viel angenehmer und ich verfalle in Tagträumerei über meinen Urlaub in Saalbach.  

Von Linz geht es weiter nach Salzburg. Zwischen den beiden Hauptstädten vergeht die Zeit wie im Flug. Das liegt wohl auch daran, dass ich mit meinem Blick immer wieder in die Landschaft abschweife. Denn vom eher industriellen Linz mit vereinzelten Graffitis geht’s dann mitten durchs grüne Hügelland mit Blick Richtung Alpen. Kurz vor Salzburg sorgt der Ausblick auf den Wallersee für Augenwellness und mir wird bewusst, dass man auf der Autobahn eigentlich ganz schön viel verpasst. In Salzburg habe ich kurz Zeit mir einen kleinen Snack zu holen, bevor ich in den Regionalexpress einsteige, der mich bis Zell am See bringt.  

 

Kurz nach der Stadt Salzburg wechselt auch wieder das Landschaftsbild und ich befinde mich zwischen steiler werdenden Bergen, spektakulären Felswänden und Wasserfällen, die in die Salzach münden. Und während meine Blicke so durch die Landschaft schweifen, muss ich mich an die Zeilen aus dem Buch „Slow Travel – Die Kunst des Reisens“ von Dan Kieran erinnern: „Reise nicht nur, um anzukommen“. Hat nicht bereits Goethe so etwas in der Art gesagt? ;-)

 

Ich kann mich mit diesen Zeilen jedenfalls gut identifizieren, während ich die Landschaft an mir vorüberziehen lasse, denn ich genieße es, Österreich mal von einer anderen Seite zu sehen. Und wenn die Umgebung gerade nicht so spannend ist, lese ich mein Buch, plane meinen Aufenthalt in Saalbach und erledige ein paar Emails. Die Zeit im Zug ist somit gut genutzt und ich muss mich nicht einmal über Baustellen oder Staus ärgern.  

In Zell am See angekommen habe ich zwar keine Zeit gespart, dafür fast 60 kg CO2 und bei den aktuellen Spritkosten sogar Geld.  

 

Von meinem letzten Stopp in Zell am See geht es dann mit dem 680er Bus nach Saalbach. Die Haltestelle befindet sich direkt gegenüber vom Bahnhof, von wo aus ich mit meinem Sonderfahrausweis* kostenlos nach Saalbach fahre. In Saalbach checke ich dann im gebuchten JOKER CARD Partnerbetrieb ein und nutze während meines Aufenthaltes mit der Karte die Öffis im gesamten Pinzgau kostenlos. Innerorts nutze ich ein Bike, meine Füße oder den Wanderbus. Ich brauche während des ganzen Aufenthalts kein einziges Mal ein Auto. Reisen mit kleinem Fußabdruck also :-)

Zugegeben: Die öffentliche Anreise war ein wenig ungewohnt für mich. Aber in Saalbach angekommen bin ich richtig happy, entspannt und auch ein bisschen stolz. Ich steige praktisch vor meiner Unterkunft aus dem Bus aus und gönne mir einen Drink. Klar, die Anreise hat etwas länger gedauert als mit dem Auto, aber sie hat mir neue Blickwinkel gezeigt und mein Urlaub hat durch die unkomplizierte und stressfreie Anreise bereits beim Einsteigen begonnen. Ich musste mich weder auf den Verkehr konzentrieren oder mich über Staus ärgern, noch musste ich mich um einen vollen Tank kümmern.

 

Und ganz nebenbei habe ich etwas Gutes für die Umwelt gemacht. 

 

*Der Sonderfahrausweis kann von Joker Card Partnerbetrieben ausgestellt werden. Weitere Infos unter https://www.saalbach.com/de/service/anreise  

 

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