In Action beim GlemmRide Slopestyle | © Rich Kurowski
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Peter Kaiser übers GlemmRide

Interview mit einem österreichischen Slopestyle Profi

Jetzt sind es nur noch fünf Wochen bis zum GlemmRide Bike Festival. Wir können es jetzt schon kaum mehr erwarten und haben uns schon einmal den sympathischen Bike Profi Peter Kaiser geschnappt, um ihn ein bisschen für euch „auszufratscheln“ (Anm.: Pinzgauerisch für „ausfragen“). Im Interview verrät er uns wie es sich als „Kaiser“ lebt, warum ein Bike definitiv zu wenig ist und welche Tricks er beim GlemmRide Slopestyle dieses Jahr auspacken will.

Hallo Peter. In der Gravity Mountainbike Szene kennen dich bereits viele. Kannst du dich kurz unserer Saalbach-Community vorstellen?
Hi! Ich bin Peter Kaiser, 21 Jahre alt, aufgewachsen in Reutte in Tirol aber wohne seit zwei Jahren in Innsbruck. (Anm.: Danke für die ausführliche Antwort, Peter. So ist er, unser Peter: Sehr bescheiden. Dann übernehm‘ ich eben selbst den Rest: Peter zählt zu den besten Dirtjumpern Österreichs! Bei diversen Contests der Freeride Mountainbike World Tour zeigt er alles, was er sich an Tricks über die letzten Jahre antrainiert hat. Außerdem haut er bei Whip-Off-Contests immer massive Whips raus (Anmerkung in der Anmerkung: Bei Whips versucht man das Bike in der Luft so „quer“ wie möglich zu stellen))

 

Wie sieht ein ganz normaler Tagesablauf im Leben eines Kaisers aus?
Es gibt zweierlei Tage: Die am Wochenende und die unter der Woche. Ein klassischer Tag in Innsbruck fängt meistens recht früh mit Müsli und Emails an, inkludiert dann alles von Enduro fahren auf den Trails vor der Haustüre, über Downhill Bike shredden im Bikepark bis hin zu Sunset Sessions am neuen Dirt-Spot. Zwischendurch hab ich dann meistens noch meine kreative Phase, spiel mich noch mit Filmen und Fotografieren und bin bis spät nachts am Videos schneiden. Um die Tage abzurunden dürfen der See zwischendurch und abends der Burrito im Restaurant Machete nicht fehlen. Wochentags schaut‘s dann ein wenig anders aus - zumindest unter der Woche bin ich meistens bis am späten Nachmittag im Office am Editieren (Anm.: Peter arbeitet nämlich in der Distillery. Nein .. keine Schnapsbrennerei, sondern eine Media Agentur mit Fokus auf Outdoor und Sport) oder auf Shootings und versuch dann abends noch irgendwie mein „Radel-Defizit“ auszugleichen.
 

Wo fährst du am liebsten? Und wie viele Bikes stehen bei dir im Keller?  
Am liebsten gefahren bin ich immer an meinem eigenen Spot daheim in Reutte, aber der ist jetzt leider Geschichte. Bis vor kurzem gab es auch in Innsbruck leider keinen DirtJump Spot. Seit ein paar Monaten sind wir aber dabei neue Sprünge in Innsbruck zu bauen. Das ist dann mit Sicherheit mein nächster Lieblingsplatz! In meiner Garage in Innsbruck stehen sieben Bikes, die ich derzeit verwende – jedes für seinen eigenen Zweck: Ein Dirtbike, ein Slopestyle Bike, ein Downhill Bike, zwei Enduros, ein BMX, ein City Cruiser für die Stadt und sogar ein eigenes Bike zum ins Wasser springen für das Event „Lake of Charity“ in Saalbach.
 
Wie bist du zum Biken gekommen? 
Der Startschuss war sicher der Spot, den meine Homies daheim in Reutte schon im Garten hatten. Und ich war auch immer schon gerne draußen im Wald. Ich hab dann irgendwann angefangen mir meine eigenen Sprünge zu schaufeln - dort hab ich dann alle Tricks gelernt, die ich bei all den Events bisher zeigen konnte.

 

Ist der Sport etwas für jedermann? Hast du ein paar Tipps für Mountainbike Anfänger?
Sicher! Einfach hinaus gehen, ganz viel Radfahren, mit Freunden Spaß haben und der Rest kommt ganz von selbst. Am Anfang ist das wichtigste, dass man ein gutes Radgefühl entwickelt. Dafür sind Pumptracks sicher ideal - darauf lernt man alle Basics, die später beim Springen essentiell sind. 
 

Du bist ja bereits seit Anbeginn des GlemmRide Bike Festivals mit dabei und hast in den verschiedensten Interviews bereits angegeben, dass es dein absolutes Lieblingsevent ist. Was macht das Event so besonders für dich?
Ja, der GlemmRide taugt mir schon seit der ersten Edition voll! Einen Slopestyle-Kurs in der Größe gibt‘s hierzulande sowieso nur bei manchen Events und der vom GlemmRide ist dann noch ziemlich speziell! Man springt nicht jeden Tag über Terrassen und Hotel Pools!
Abgesehen vom Slopestyle Contest ist auch der Rest des Festivals immer echt cool, alle Leute sind super nett und die Partys sind auch gut! (Anm.: Hier spricht der Party Profi) Nichts geht über einen Hangover-Hacklberg Ride inkl. Brettljause mit den Homies am Tag nach dem Slopestyle Contest!


Im letzten Jahr bist du trotz schwerer Verletzung zu Anfang des Jahres beim Slopestyle Contest mitgefahren. Was ist passiert? Und wie ging es dir damit beim Contest?
(Anm.: Alle, die noch nie auf dem Bike waren, aber planen, es mal auszuprobieren oder einfach schwache Nerven haben sollten diese Frage überspringen. Wir wollen euch doch hier keine Angst machen.)
Ja, da war was… Ich bin letztes Jahr beim Trainieren in der Skatehalle in Innsbruck gestürzt und hab mir die "Arteria Iliaca" – die Beckenarterie – innerlich zerrissen. Dann ging alles recht schnell: Notarzt, fünf Operationen, Zweifel um mich und mein Bein, viel Physio und viel zu viele Gedanken. 
Dafür, wie knapp alles herging, war ich zum Glück wieder “schnell” am Bike und könnte nach drei Monaten wieder langsam mit Radeln anfangen. Crankworx Innsbruck war dann mein erstes Event nach der Verletzung. Ich hab entschieden die restlichen Events der Saison nur noch für mich selbst mitzufahren, die Contest Atmosphäre zu genießen und meine ganzen Homies wieder zu sehen! Ich hab realisiert wie spaßig Contests und deren Kurse sein können wenn man sich keinen Druck macht. Auch fürs Mentale war das extrem wichtig - im Hinterkopf hab ich das alles trotzdem noch immer.
 
Die letzten Jahre waren beim GlemmRide Slopestyle Mountainbike Stars wie Brett Rheeder, Thomas Genon und Nicholi Rogatkin mit am Start. Wie ist es so sich mit den internationalen „Big Names“ der Szene zu duellieren? Sind das deine Vorbilder oder zählen sie bereits zu deinen Homies?
Homies! Die meisten kenn ich mittlerweile echt schon super gut und wir pushen uns immer alle gegenseitig! Das ist sicherlich auch ein Punkt der mich immer motiviert bei solchen Events an den Start zu gehen. Man sieht die ganzen Freunde von überall wieder um zusammen zu radeln!
 

Was wirst du dieses Jahr auf dem Parcours zeigen? Welche Moves verstecken sich in deiner Trickkiste? Trainierst du gerade an einem besonderen Trick, den du beim GlemmRide Slopestyle zeigen möchtest?
Da hab ich mich noch nicht festgelegt - ich freu mich einfach schon wieder auf den Kurs und bin happy wenn ich einen schönen Run hinunter bringe! Ich hab in letzter Zeit immer mehr Cork7 (Anm.: Ein Trick, bei dem man sich 720 Grad um die eigene Achse dreht. Auf dem Bike!! Unfassbar, oder?) combos (Anm.: Mit „combos“ meint er, dass er diesen Trick dann auch noch mit anderen kombiniert. Verrückt…) gemacht, eventuell ergibt sich ja da was Cooles Neues beim GlemmRide - würde mir taugen!
 
Wie wohl fühlst du dich auf dem GlemmRide Slopestyle Kurs?

Der Glemmride Kurs ist sicher ein spezieller Kurs. Die ersten Runden sind immer ein bisschen gewöhnungsbedürftig aber sobald man die verschiedenen Features ein paar Mal gefahren ist macht der Kurs mega Spaß! Und wie gesagt einen Slopestyle Kurs über Hotel-Terrassen, Pools und River Gaps bekommt man nicht jeden Tag zu fahren, das ist schon etwas Besonderes!
 
Wirst du auch bei anderen Side-Events teilnehmen?
Das entscheide ich spontan, aber primär steht der Slopestyle Contest im Fokus und sonst will ich einfach eine coole Zeit mit der Community in Saalbach haben! (Anm.: Peter ist also auch für das ein oder andere Bier zu begeistern. Sein Favorit ist Gin. Wer ihn ärgern will gibt ihm am besten Tequila aus – das mag er nämlich gar nicht.) 
 
Und zu guter Letzt: Was möchtest du unserer Community noch mitteilen?
Weiter so! Ich finds extrem cool was ihr in Saalbach mit der super Zusammenarbeit eurer Community immer alles auf die Beine stellt! Good Vibes! (Anm.: Danke für die Blümchen) 

 

 

Anm. der Redaktion über die Anm. der Autorin: Unsere Karin ist selbst in der Bike-Szene unterwegs und kennt Peter Kaiser. Die Anm. kommen daher aus fundierter Quelle und sind mit einem dicken Augenzwinkern zu sehen.  

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