In der Vertikalen | © Heiko Mandl
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In der Vertikalen

Kraxeln in Saalbach Hinterglemm

Wer Saalbach Hinterglemm in der Vertikalen erleben möchte, der hat hier einige Möglichkeiten das zu tun. Im Hochseilgarten beim Talschluss und am Kletterturm neben dem Sportzentrum in Hinterglemm sind die Kraxler zu Hause.

Vorsichtig und Schritt für Schritt tasten sich Brigitte und Nico über das schmale Seil vorwärts. Sie sind mit einem speziellen Klettersteigset an einem dicken Drahtseil gesichert. Es kann also nichts passieren, dennoch zittern die beiden. Kein Wunder! Befinden sie sich doch in ungefähr 15 Meter Höhe über dem Glemmtal, die Füße auf dem dünnen und wackeligen Seil und die Hände klammern etwas weiter oben an einem weiteren Seil.

Hochseilgarten als Hit für Jung und Alt

Wir sind zu Fuß zum Ende des Tals gewandert. Genauer gesagt zur Lindlingalm. Dort befindet sich Europas größter Hochseilgarten. Auf neun Runden in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden können die Gäste dort ihre Kletterkünste testen. Es ist für uns nicht zu übersehen, es macht den Kletter-Novizen offensichtlich Spaß, ganz nah unter den Baumwipfeln wie Äffchen von Baum zu Baum zu schwingen. Auch Brigitte und Nico haben ihre anfängliche Angst überwunden und stürzen sich mit Geschrei in die Seilrutsche. „Jipieeee“, schreit Nico, und stürzt sich in die Tiefe. Natürlich ist er, so wie alle anderen, gut gesichert. Das doppelt gesicherte Klettersteigset fängt die Kletterer auf, falls sie einmal ausrutschen. Das elektronische System ist patentiert und verhindert, dass die Gäste beide Karabiner gleichzeitig aushängen können. So sind Fehler so gut wie ausgeschlossen. Dazu bekommen alle vor dem Start eine gründliche Einschulung. Auch uns  begrüßt Guide Hannes mit einem freundlichen „Wie geht´s?“. Wir bekommen unseren Gurt mit dem Sicherungsset und einen Helm ausgehändigt. Dann gehen wir auf den Übungsparcours. „Immer zuerst die Karabiner einhängen und dann losgehen“, ruft unser Guide zu uns rüber. In zwei Meter Höhe testen wir die ersten Schritte, dann geht es los.

Neun Runden von leicht bis schwer

Der Hochseilgarten umfasst neun Touren, von leicht bis schwer. Die leichteste kann in rund 30 Minuten bewältigt werden, die schwerste dauert 90 Minuten. Jeder kann bleiben so lange er will. Um 18 Uhr am Abend ist im Sommer allerdings Schluss. Wir sind auch am Ende unserer Kräfte angekommen. Jetzt wird es Zeit unsere leeren Speicher bei der Lindlingalm mit Kasnocken und Kaiserschmarren aufzufüllen.

 

Hier im Talschluss gibt es aber noch weitere Attraktionen. Die gemütliche Variante des Hochseilgartens ist vielleicht der Baumzipfelweg. In luftiger Höhe geht man hier bequem von Baumzipfel zu Baumzipfel, allerdings nicht über schmale Seile sondern über ein gut ausgebautes Brückensystem. Gestartet wird bei der Golden Gate Bridge, danach führt der Wipfelweg über 600 Meter durch die Natur.

 

Es gäbe nicht weit von hier, genauer gesagt am Tristkogel einen Klettersteig, der uns nach den schönen Erlebnissen im Hochseilgarten zwar reizen würde, aber den Bergprofis vorbehalten bleibt. Allein der Anstieg raubt schon viel Energie und der Klettersteig gehört nicht zu den leichtesten in der Umgebung.

Kletterturm mit Aussicht

Daher entscheiden wir uns für den nächsten vertikalen Stopp für den Kletterturm in Hinterglemm. Gleich neben dem Sportzentrum liegt der unverkennbare Turm direkt neben der Straße. Er besticht durch viele Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und ist für Jung und Alt ideal um, auf Wunsch unter fachkundiger Aufsicht, am Seil gesichert erste Erfahrungen in der Vertikalen zu machen. Wir packen am nächsten Morgen das Kletterseil aus, legen unsere Gurte an, checken die Sicherungsgeräte und legen sogleich los. Zum Aufwärmen beginnen Brigitte und Nico mit einer leichten Tour im 5. Schwierigkeitsgrad. Die Sonne brennt schon vom Himmel. Der Turm hat allerdings immer eine Schattenseite, die auch uns vor der Hitze schützt. So verbringen wir hier den Vormittag und versuchen uns an den schwierigen Routen im Überhang. Nachdem unsere Hände nach drei Stunden Klettern kraftlos zu Boden hängen packen wir unsere Klettersachen in der Rucksack und genießen den heißen Sommertag am Ufer der Saalach mit Baden und Relaxen.

 

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