Die älteste Zeichnung von Saalbach aus 1770 | © Heimatbuch/Gemeinde Saalbach Hinterglemm
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Ein Blick zurück...

...wie alles begann.

Saalbach Hinterglemm ist heute bekannt als „Home of Lässig“ und als Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn gilt es als eines der führenden Skigebiete der Alpen. Doch was, wenn man das Rad der Zeit zurückdreht...? Wie entwickelte sich der Ort vom einstigen Bergbauerndorf zur top Skidestination? In einer neuen Serie blättern wir im Heimatbuch und erzählen euch, wie alles begann.

1350...

Das ist das Jahr, in dem Saalbach Hinterglemm seine erste Erwähnung fand. Doch damals hieß der Ort noch Dorf Clemb, Glemb, Glem oder Salpach. Abgeleitet wurde der Name Saalbach nicht, wie man annehmen könnte von der Saalach – oder Saale, wie man früher sagte – sondern von dem Salpach, einem Bach zur Saale – dem heutigen Spielbergbach.  Der Talname „Glemm“ bezieht sich auf germanische Wortwurzeln für glimmen, glühen und meinen damit ein glitzerndes, glänzendes Gewässer – die Saalach. Dieser Name hat sich lange erhalten – sogar in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden amtliche Schreiben „an das Vicariat Glemm oder Saalbach“ adressiert. Erst 1987 hat die Landesregierung auf Antrag der Gemeinde offiziell den Namen der Gemeinde auf „Saalbach Hinterglemm“ geändert.

12°38’30“ & 47°23’30“

Das ist die genaue Lage nach geographischen Längen- und Breitengrad. Eingebettet in die Ausläufer der Kitzbüheler Alpen, den Pinzgauer Grasbergen und umgeben von den Steinbergen und Hohen Tauern. Eingerahmt durch die Dreitausender der Tauern und schroffen Gipfel der Kalkalpen, herrschte im Glemmtal immer schon ein eigenes Klima. Im Heimatbuch liest man: „Die Schieferzone liegt im Lee der sie wie eine Mauer abschließenden Kalkalpen, die eine wichtige Wetter- und Klimascheide darstellen. Das Klima ist rauh, die Talregionen sind 3 bis 4 Grad kälter, als es ihrer Höhenlage entspräche. Es zeichnet sich aus durch einen strengen, langandauernden Winter. Der  Frühling ist kurz und kühl, da die Schneeschmelze viel Wärme verbraucht, der Sommer relativ heiß und niederschlagsreich. Heiter und warm ist der Herbst.“ Sosehr der daraus folgende Schneereichtum den armen Bauern damals Schwierigkeiten bereitete und ein langer Winter Futtermangel verursachte – sosehr freuen sich darüber heute die Wintersportler. 

Die ersten Siedler

Dicht bewachsen mit dunklen Nadelwäldern war der oft von Überschwemmungen heimgesuchte Talboden des Glemmtals nicht besonders siedlungsfreundlich. Die weiten Almflächen jedoch wurden schon im 11. Jahrhundert von den Bauern aus Zell am See und Saalfelden entdeckt und im Sommer für ihr Vieh genutzt. Erst im 12. Jahrhundert siedelten die ersten Bauern dauerhaft auf frisch gerodeten Flächen am Talboden oder auf sonnigen Riedeln am Hang. Im Jahr 1222 wurde die Schwaige Krumpfeichte (Eibing) erstmals erwähnt. 1350 bis etwa 1500 waren etwa 82 Häuser und Lehen (Bauernhöfe) angeführt. Einige davon bestehen bis heute. Manche Höfe wurden aufgrund der großen Familien aufgeteilt und erhielten als Attribut Vorder-, Hinter-, Ober- oder Unter- zum ursprünglichen Gutsnamen. Doch die Dorfgemeinschaft im heutigen Sinn hat sich erst spät entwickelt.

Von den ersten Siedlern bis zum Dorf, das Leben der Bauern, der Ursprung der Familiennamen, Armut und Aufstände, die an dem fast vergessenen Seitental vorüber gingen... Das lest ihr im zweiten Teil der Serie „Ein Blick zurück“.

 

Informationen über die Geschichte von Saalbach Hinterglemm findet man im Heimatbuch der Gemeinde. Die umfassende Ortschronik des gebürtigen Saalbachers, General Siegfried Weitlander (1915-2001), Landesgendarmeriekommandant für Salzburg, ist auch im Tourismusverband Saalbach Hinterglemm erhältlich. Alle Fotos stammen mit Genehmigung der Gemeinde Saalbach Hinteglemm aus dem Heimatbuch. 

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