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Paraski-Elite zu Gast in Saalbach

Auf ein Wort mit den Aigners

Nach den FIS Alpine Ski Weltmeisterschaften Saalbach 2025 bleibt Saalbach Bühne des internationalen Spitzensports. Von 11. bis 17. Jänner 2026 richtete sich der Fokus auf den Paraski-Weltcup und auf Athlet:innen, die eindrucksvoll zeigten, dass Weltklasse nicht an Normen gebunden ist, sondern an Leistung, Präzision und Mut. Die Pisten im Glemmtal kennen den Druck großer Momente. Wo zuletzt die besten alpinen Skifahrer:innen der Welt bei der lässigsten WM aller Zeiten um Medaillen kämpften, ging es nun um Hundertstel, Weltcup-Punkte und perfekte Linien. Geschwindigkeit, Technik und mentale Stärke waren gefragt wie auf jeder großen Bühne des Skisports. Für alle, die hier an den Start gegangen sind.

Auf der Schneekristallpiste kämpften Damen und Herren beim FIS Alpine Paraski Weltcup in den Disziplinen Super-G und Abfahrt um Weltcup-Punkte. Im Zentrum standen dabei zwei Duos aus derselben Familie: Johannes Aigner mit seinem Guide Nico Haberl sowie Veronika Aigner mit Schwester Elisabeth Aigner als Guide. Beide Teams verkörpern Paraski-Sport auf höchstem Niveau und ein Zusammenspiel, in dem Vertrauen, Timing und absolute Präzision über Erfolg entscheiden.

 

Für Johannes Aigner ist Saalbach ein Ort positiver Erinnerungen. Bereits 2023 gewann er hier alle vier Weltcuprennen, auch 2026 gingen in der Abfahrt und im Super-G die Siege in der Kategorie Vision Impaired jeweils an die Familie Aigner. „Saalbach verbinde ich eigentlich immer mit etwas Positivem“, sagt Johannes. „Ich mag die Strecken sehr gern, sie sind ein bisschen herausfordernder. Und wir durften hier schon viele Erfolge feiern. Das verbindet man natürlich mit diesem Ort.“ Gemeinsam mit Guide Nico greift im Rennmodus jedes Detail ineinander: klare Ansagen, hohes Tempo, ein gemeinsamer Rhythmus.

 

Anders, aber nicht weniger intensiv, ist die Beziehung von Veronika Aigner zu Saalbach. Vor einigen Jahren zog sie sich hier schwere Knieverletzungen zu: Erinnerungen, die bleiben. „An und für sich hab ich den Ort nicht ganz so positiv in Erinnerung. Traumhafte Pisten, Traumortschaften.. aber damals hab ich mir hier beide Knie ziemlich zerstört“, erzählt sie offen. Beim ersten Training sei der Kopf sofort wieder da gewesen, vor allem im Bereich des Zielsprungs. „Da hab ich gemerkt, dass das noch voll mitspielt.“ Entsprechend vorsichtig verlief der Trainingslauf vor Ort. Im Rennen jedoch fand das Duo zurück in den Rhythmus und holte gemeinsam mehrfach den Sieg. Trotz eines kleinen Sturzes hinter der Ziellinie in der ersten Abfahrt blieb es bei verletzungsfreien Läufen. „Lisi hat nur gemeint: ‚Bitte nicht schon wieder!‘“, erzählt Veronika lachend.

Was die Strecke in Saalbach sportlich ausmacht, brachten die Athlet:innen am Ende gemeinsam auf den Punkt. In drei Worten beschrieben sie den Kurs:
„Anspruchsvoll“, sagte Elisabeth.
„Schnell“, ergänzte Johannes.
Veronika lachte und meint: „Kontrollverlust.“ Dann schob sie aber sofort nach: „Na, so schlimm ist es eh nicht.“

 

Saalbach zeigte einmal mehr: Lässige Sportmomente haben viele Gesichter. Der Anspruch an Leistung bleibt derselbe, ganz unabhängig davon, wer am Start steht. Mit der starken Siegesserie der Aigners, insbesondere dem 50. Weltcupsieg von Johannes Aigner, sind in Saalbach 2026 hoffentlich viele positive Momente dazugekommen. Dieses Wochenende markierte einen weiteren Meilenstein für die Aigners: Zusammen zeigt die Familien-Bilanz nun 120 Weltcupsiegen, davon 64 durch Veronika und 51 durch Johannes.

 

Die Paraski-Weltcup Woche ist damit zwar vorbei, der Rennwinter in Saalbach aber noch nicht. Mit dem Speed Finale des FIS Alpine Europacup stehen in dieser Wintersaison weitere Rennen im Glemmtal auf dem Programm. Saalbach bleibt damit ein Ort für Skisport auf hohem Niveau.