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Glemmride Backstage

Freeride-Pionier Tarek Rasouli im Interview

Das Glemmride Bike Festival geht vom 6. bis 9. Juli zum dritten Mal über die Bühne. Bike-Profis und Amateure versammeln sich an diesem Wochenende in Saalbach Hinterglemm, um bei Slopestyle, Downhill, Rookies Cup, Pumptrack, Expo, Touren, Party und Sound abzufeiern. Das Publikums-Highlight des Wochenendes ist mit Sicherheit wieder der Slopestyle im Zentrum von Hinterglemm, der als Teil der FMB-Tour als Gold Event rangiert. Für die reibungslose Umsetzung des Slopestyles sorgt seit der Geburtsstunde des GlemmRides Bike-Legende Tarek Rasouli mit seinem Team von „Rasoulution“. Saalbach Stories bat den sympathischen Münchner zum Gespräch, in dem er von seiner Karriere, seinem Schicksalsschlag und dem Event im Glemmtal erzählt.

Tarek Rasouli gilt als Pionier in der Welt des Freeride-Bikesports. Im Laufe seiner Karriere durfte er unglaubliche Erfolge feiern. Unter anderem wurde er mit 16 Jahren Deutscher Meister und battelte schon früh mit der Weltelite um die Spitzenränge. Seit einem tragischen Unfall im Jahr 2002 ist Tarek querschnittsgelähmt. Trotz allem hat er der Bike-Szene nicht den Rücken gekehrt, sondern organisiert mit seiner Agentur „Rasoulution“ verschiedene Bike-Events, wie etwa den „FMB Slopestyle Contest“ beim GlemmRide.

 

Tarek, wodurch bist du zum Radsport gekommen? War es eine Faszination von Kindesbeinen an?

Es ging alles damit los, dass ich zum siebten Geburtstag unbedingt ein Bonanza-Rad wollte. Das gab es aber nicht, sondern ich bekam ein BMX-Rad. Dann war es allerdings um mich geschehen: als in unserer Umgebung eine BMX Strecke gebaut wurde, gab es fast nichts anderes mehr für mich. Mit zehn Jahren nahm ich das erste Mal bei einer Europameisterschaft teil, mit 16 Jahren war ich Deutscher BMX-Meister und dann kam auch schon die erste Anfrage für ein Fotoshooting in den Österreichischen Alpen. Und daraus wurde immer mehr und mehr. Ich hab mich dann mit 25 Jahren komplett vom BMX getrennt und machte weiter als professioneller Mountainbiker!

Hast du vorher auch andere Sportarten ausprobiert?

Ich hatte Fußball probiert - hatte mir nicht gefallen. Dann spielte ich gerne Basketball, Badminton und Squash – doch das blieben immer Hobbies!

 

Was ist typisch oder ausschlaggeben für die Mountainbike-Szene, mit welchen Wörtern würdest du sie beschreiben?

Authentizität, Natur, Freiheit, Berge, Kreativität, Abenteuer, Sport, Frischluft, Action.

 

Du hast im Laufe deiner Karriere viele Erfolge gefeiert. An welchen kannst du dich noch besonders gut erinnern?

Als ich mit zehn Jahren in meiner Altersklasse Dritter der Deutschen Meisterschaft wurde, dann Deutscher Meister mit 16, und dann 1992 Vierter bei der Weltmeisterschaft in Brasilien. Außerdem noch Platz sechs in der Elite-Klasse bei einem Europameisterschaftslauf in der Schweiz 1997 - es hatte danach ca. zehn Jahre gedauert bis es erneut ein Deutscher in ein Finale eines solchen Rennens schaffte! Ein Jahr später wurde ich in die Red Bull Familie aufgenommen. Beim Mountainbiken waren meine größten Erfolge die Aufnahme in das internationale Freeride-Team von Rocky Mountain und drei Segmente im 16 mm-Bikefilm „Kranked IV – Search oft he Holey Trail“! Das war 2001!

Im Juli 2002 war dann der tragische Unfall. Wie erinnerst du dich an diesen Tag?

Ich erinnere mich an alles. Ich war dort um für „Kranked 5“ zu filmen. Johnny Waddell und ich waren auf dem Berg und wollten nach den ersten Filmdrehs am frühen Abend noch eine neue Location austesten. Dabei war ich etwas übermütig und wollte den Sprung in eine aus Erde bestehende Snowboardhalfpipe mit einem 12-Meter-Stepdown mit einer Hip als Erster springen. Es ging jedoch in die Hose und ich sprang viel zu weit. Ich sah, wie ich an der Landung unter mir vorbeisegelte, also sprang ich vom Bike ab. Als ich landete, hätte ich laut geschrien (das erzählte Johnny später) und ich wusste es ist etwas Schlimmeres passiert. Ich hatte kein Gefühl mehr in meinen Beinen. Das war schon sehr komisch und hatte in dem Moment wahrscheinlich am meisten psychisch weh getan.

 

Du hast trotz alldem dem Radsport nie den Rücken gekehrt, hast mit dem Handrad weitergemacht. Woher kam diese Motivation, was hat dich angetrieben?

Naja, die Szene ist mir treu geblieben. Mein gutes Verhältnis zu vielen Fahrern, Firmen und Medien, vor allem auch dem Bike Magazin und auch Red Bull und Oakley, half mir, mich in der Bikeszene weiterzuentwickeln. Nachdem es mit der Arbeit langsam losging fing ich auch an, Handbike zu fahren. Ich wurde vor allem von Errol Marklein motiviert, der das Handbike-Team von Sunrise Medical managed. Er ist ein super Typ und jedes Mal wenn ich mit meinen Teamkollegen Zeit auf dem Bike oder auch ohne Bike verbringe, ist es ein super Erlebnis!

Du bist für viele junge Mountainbiker ein großes Vorbild. Was würdest du diesen jungen Bikern gerne mit auf den Weg geben?

Sei du selbst, genieße die Zeit auf dem Bike und respektiere die Natur und deine Mitmenschen. Lebe im Moment, aber vergiß nicht deine Grenzen zu spüren. Definiere Ziele und habe deine Aufmerksamkeit auf den Dingen, die dich erfüllen und glücklich machen!

 

Heuer startet ja bereits zum dritten mal das GlemmRide Bike Festival. Was ist für dich die Besonderheit an diesem Event?

Das Glemmride Festival ist genial. Ich kenne Saalbach schon von früher, vom adidas Slopestyle. Heute würde ich sagen ist es familiärer und hat ein sehr schönes Ambiente. Es ist genial, weil es ein Festival für jeden ist, egal ob klein ob groß, ob Hobby-, Amateur- oder Pro-Rider - es ist für jeden was dabei. Und wer abends Spaß haben will, kann beim GlemmRide auf jeden Fall so richtig abrocken.   

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