Skiweltcup Saalbach 2020 | © Erich Spiess
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Der Weg zur Ski WM 2025

Ein Blick hinter die Kulissen - Interview mit Generalsekretär Peter Hartl

Seit sieben Jahren ist Saalbach bereits Bewerber für die FIS Alpine Ski WM. Oder besser gesagt: war! Denn im Oktober 2020 fiel endlich die lang ersehnte positive Entscheidung über den Austragungsort 2025. Peter Hartl hat den Prozess als Generalsekretär des Vereins zur Bewerbung der Alpinen Weltmeisterschaft seit 2015 begleitet und weiß am besten wie viel Arbeit hinter so einem Projekt steht. In unserem Interview erzählt er wie die Idee zustande kam, welche Projekte er in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Organisationskomitee realisiert hat und was seit dem Zuschlag auf der Agenda steht.

Peter, du bist seit 2015 in das Projekt als Generalsekretär des Organisationskomitees involviert. Wie fing das alles an? Wie kam es zu der Idee sich für die Ski WM zu bewerben?
In der über 120 Jahre andauernden Wintersport Geschichte des Glemmtals hat der alpine Skirennsport immer schon einen großen Stellenwert eingenommen. Die Ski WM 1991 war ein wichtiger Faktor für die Entwicklung unseres Ortes. Und auch heute noch spricht man immer wieder von den tollen Leistungen der Athleten bei der Sonnen-WM. Bartl Gensbichler – ehemaliger Skirennläufer, Obmann des Schiclubs und Präsident des Salzburger Landesskiverbands – hat vor sieben Jahren den Impuls gegeben, Saalbach erneut für eine WM bei der FIS vorzuschlagen. Der erste Anlauf war für eine WM 2023, die dann aber an Courchevel-Méribel vergeben wurde. Den Zuschlag konnten wir dann in der zweiten Bewerbungsrunde mit Crans Montana und Garmisch-Partenkirchen für 2025 für uns entscheiden und mit dem Konzept „Ein Berg – alle Bewerbe“ überzeugen.
 

Kannst du uns den Bewerbungsprozess kurz erklären? 
Bei allen alpinen Weltmeisterschaften ist der ÖSV Veranstalter. Dieser bewirbt sich gemeinsam mit dem Austragungsort als Partner beim internationalen Skiverband (FIS). Im Zuge der Bewerbungsaktivitäten haben wir ein detailliertes WM Konzept ausgearbeitet und dieses der FIS vorgestellt. Die Entscheidung über den Austragungsort fällt dann beim Internationalen Ski Kongress, der alle zwei Jahre stattfindet. Beim Kongress in Griechenland haben wir 2018 unser Konzept erstmalig als Kandidat präsentiert – da ging es aber noch um eine mögliche Austragung für 2023. Damals wählte der FIS Vorstand Frankreich mit Courchevel-Méribel knapp zum Veranstalter der WM 2023. Realistischerweise musste man damit rechnen, den Zuschlag nicht gleich beim ersten Mal zu bekommen und so kam es dann auch. Der FIS Kongress 2020 – also jener Kongress, bei der über die Austragung 2025 entschieden wird – hätte dann eigentlich im Mai in Thailand stattfinden sollen. Aufgrund der aktuellen Situation wurde aber erst im Oktober abgestimmt. Erstmalig online in Form einer Videokonferenz. Mit 12 von 14 Stimmen konnten wir die WM für 2025 dann schlussendlich nach Hause holen. Das war dann schon ein großartiges Erlebnis, die WM im eigenen Ort zu erhalten.
 

Der erste Anlauf war bereits für die WM 2023. In der zweiten Bewerbungsrunde für 2025 kam dann der lang ersehnte Zuschlag. Was ist in der Zeit zwischen dem Entschluss sich zu bewerben und dem Zuschlag alles passiert? 
Diese Zeit war sehr ereignisreich. 2015 war ich erstmals als Generalsekretär beim Weltcup am Zwölferkogel tätig. Darauf folgten zwei sehr spontane Übernahmen von Weltcuprennen. Einmal 2018, wo wir die abgesagten Rennen aus Sölden und Val d’Isere innerhalb weniger Wochen bei uns nachgeholt haben und dann gleich nochmal in der darauffolgenden Saison mit der Übernahme der Weltcup Rennen in China binnen zehn Tagen. Ich denke das war für uns die Probe aufs Exempel und der Beweis, dass unser Team fähig ist hervorragende Veranstaltungen auch innerhalb kürzester Zeit zu organisieren. Seit 2017 gibt es auch eine offizielle Partnerschaft mit dem ÖSV für eine permanente Trainingsstrecke für Speed-Disziplinen. In der unteren Sektion der WM Herrenabfahrt können wir damit Athleten und Trainern bestmögliche Trainingsbedingungen bieten.


Wir haben die Zeit auch genutzt, um unser Projekt Ski WM international zu präsentieren. So waren wir zum Beispiel als Partner im Austria House bei den Olympischen Spielen in Südkorea 2018. Und 2019 wurde dann die neue 12er KOGEL Bahn inklusive Räumlichkeiten für Athleten und Rennbüro eröffnet.
 

Was war die größte Herausforderung während der Bewerbungsphase? 
Eine wichtige Zielsetzung war es, das WM Infrastrukturbudget bereits vor der internationalen Bewerbung zu sichern, um nach einer Vergabe möglichst schnell in die Umsetzungsphase zu kommen. Gemeinsam mit dem ÖSV, dem Land und Bund, den Partnern im Ort wurde hier ein Paket geschnürt, mit dem sinnvolle und langfristige Projekte umgesetzt werden können. Unser Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der sportlichen Infrastruktur sowie in den Bereichen Verkehr und Sicherheit für das Publikum.

 

Und jetzt? Noch 4,5 Jahre bis zur WM. Was passiert als nächstes? 
Wir haben mit dem Zuschlag einen der großen Meilenstein auf dem Weg zur WM geschafft. Nun gehen wir gemeinsam mit dem ÖSV und der FIS in die detaillierte Planungsphase mit dem schrittweisen Aufbau der Organisationsstrukturen. Unser Ziel ist ein richtungsweisendes und nachhaltiges Skifestival, mit dem wir Jung und Alt für den Wintersport begeistern wollen. Darauf arbeiten wir die nächsten 4,5 Jahre hin. Das Weltcup Finale im März 2024 soll bereits ein Vorgeschmack auf die WM im Februar 2025 sein. Unser großer Vorteil am 12er: Wir müssen den Berg für den Publikumslauf nicht sperren und Gäste können direkt neben der Rennstrecke Skifahren und Zusehen. 

Alle Infos zur WM 2025 unter saalbach2025.com
 

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